Regio Energie Amriswil (REA) Seit über drei Jahrzehnten ist Andreas Aebischer ein fester Bestandteil der Energieversorgung in Amriswil. Nun feiern wir mit ihm sein 35-jähriges Jubiläum. Er blickt auf eine lange, engagierte und erfolgreiche Tätigkeit zurück. Im Interview schildert Andreas Aebischer, was ihm rückblickend besonders wichtig ist, und worauf er sich am meisten freut.
Seit 1991 ist Andreas Aebischer für die Technischen Gemeindebetriebe Amriswil bzw. Technische Betriebe Amriswil bzw. Regio Energie Amriswil (REA) tätig. Er startete als Elektroinstallateur und ist heute Mitglied der Geschäftsleitung. Er hat in seiner Laufbahn spannende und turbulente Zeiten miterlebt. Andreas Aebischer hat in den vergangenen 35 Jahren Spuren hinterlassen.
Sie haben im Jahr 1991 bei den Technischen Gemeindebetrieben Amriswil die Arbeit aufgenommen. Wie hat sich die Firma seither verändert?
Es hat sich komplett verändert. Vom klassischen Gemeindebetrieb zu einem kundenorientierten Dienstleistungsbetrieb. Es ist nicht mehr so einfach die nächsten Jahre zu planen, da die gesetzlichen Bestimmungen und die regulatorischen Auflagen immer in kürzeren Zeitabschnitten verändert werden. Die Organisationsstruktur muss immer angepasst werden, und es wird immer mehr verwaltet. Schon allein die Tatsache, wie ich 1991 eingestellt wurde und wie das heute ist, ist kaum vergleichbar.
Was hat Sie bewegt, so lange bei der REA zu arbeiten?
Nach meiner Lehre als Elektroinstallateur und einer 9‑jährigen Anstellung bei einem Elektrogeschäft hat es mich nach Amriswil gezogen. Meine ersten Arbeiten waren Umbauten und Neubauten in und um Amriswil, wobei der Neubau des Wohnheimes des Arbeitsheims eine meiner grössten Baustellen war. Ich fühlte mich in Amriswil auf Anhieb wohl und habe mich in der neuen Heimat entsprechend engagiert. Der Eintritt in die Feuerwehr Amriswil und die vielen Kunden der damaligen Gemeindebetriebe haben mir viele neue Freundschaften gebracht. Ich bin ein «Ortsmensch». Für mich ist es bis heute ein Privileg, an dem Ort zu Hause zu sein, an dem ich meinen Arbeitsplatz gefunden habe. Dies bietet mir seit vielen Jahren sehr viel Lebensqualität. Besonders bei unserer Hochzeit und als unsere Kinder zur Welt kamen, war es äusserst wertvoll, über Mittag zu Hause bei der Familie sein zu können. Ich habe die Entscheidung, nach Amriswil zu ziehen, nie bereut.
Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am besten?
Die Tatsache, dass sich die Welt der Energieversorger stark zu verändern begann und immer neue Geschäftsfelder und Techniken dazukamen, hat mein Arbeitsleben immer interessant gestaltet. Darum hat es sich auch nie aufgedrängt, eine andere Arbeitsstelle zu suchen. Ich konnte mich hier innerhalb des Betriebes immer weiterentwickeln.
Was haben Sie in diesen 35 Jahren für’s Leben gelernt?
In den 35 Jahren habe ich gelernt, dass sich Qualität immer noch rechnet. Bei all unseren
Arbeiten ist wichtig, dass sie in einem hohen Standard ausgeführt werden. Ist das nicht der Fall, spüren wir das irgendwann bei einem Piketteinsatz. Auch ist der sichere Umgang mit unseren Energieträgern absolut wichtig, bergen diese doch auch einiges an Gefahren. Von Dritten wird die Versorgungssicherheit oft als selbstverständlich angesehen. Wir bei der REA wissen jedoch, welche Arbeit dahintersteckt. Die Beständigkeit eines Energieversorgungsunternehmens hat für mich gepasst. Das entspricht meinem Charakter. Man hält die Beständigkeit aufrecht und entwickelt sich gleichzeitig stetig weiter.
War früher alles impulsiver?
Impulsiv und hektisch sollte es nur werden, wenn man reagieren anstatt agieren muss. Heute ist vermeintlich alles von den Behörden geregelt. Aber auch dies ist in der Zwischenzeit kurzlebiger geworden. Früher hatte man sich für etwas entschieden, und das hatte dann Bestand für einige Jahre. Heute wird ein halbes Jahr später bereits wieder darüber diskutiert oder gar über den Haufen geworfen. Heute ist es einfach anders, es ist alles kurzlebiger, es geht alles schneller. Ich habe das Gefühl, dass früher die Welt ruhiger und langsamer war. Arbeit hatte es deswegen nicht weniger. Der E‑Mailverkehr hat eine zusätzliche Hektik ausgelöst. Die neuen Kommunikationsmittel machen uns ungeduldig. Jeder hat das Gefühl, die Antwort muss schon nach einer Minute vorliegen. Durch den E‑Mailverkehr ging auch viel persönlicher Kontakt verloren. Führer war man zu Gesprächen gezwungen. Heute hat man die Sitzungsmarathons, um all die Spezialitäten überhaupt koordinieren zu können.
Wie beschreiben Sie die Zusammenarbeit, wie sie früher war?
Die Arbeit wurde angeordnet. Es waren weniger Personen involviert, und weniger Personen waren mitverantwortlich. Damals waren das 2–3 Personen. Diese hatten entschieden und gut war es. Heute herrscht eine andere Welt. Heute erwarten wir, dass die Mitarbeitenden mitdenken und die Firma mitprägen. Diese Veränderung ist ein Abbild der Gesellschaft. Der Individualismus macht sich bei der Zusammenarbeit bemerkbar. Wir haben immer mehr Spezialisten auf den jeweiligen Fachbereichen. Dies wirkt sich auf die Zusammenarbeit aus. Gerade technische Beispiele zeigen die Veränderung deutlich. Das heutige Grossraumbüro war früher die Leitwarte. Eine Wand von ca. 8 mal 2.5 Meter. Alles war schematisch dargestellt. Damals hatte bei einer Störung einfach ein Lämpchen an der entsprechenden Stelle an der Wand aufgeleuchtet, und jedermann wusste Bescheid. Die heutigen Meldungen sind hingegen schwieriger zu interpretieren. Umgehend muss der richtige Spezialist aufgeboten werden, um die Störung zu beheben. Hierfür stehen 7 x 24 x 365 mindestens fünf Mitarbeitende der REA für die Energieversorgung und somit für unsere Kundschaft auf Abruf bereit.
Sie sind seit 35 Jahren treuer Mitarbeiter der REA. Was würden Sie rückblickend heute anders machen?
Das habe ich mir überlegt und gedacht, diese Frage kommt garantiert. Ich würde es genau gleich machen. Ich würde den gleichen Beruf lernen und vermutlich den gleichen Weg gehen. Ich bin stolz darauf, was ich erreicht habe. Mit dem heutigen Wissen würde ich möglicherweise noch mehr Wert auf meine Weiterbildung im Verlauf meiner Tätigkeit legen. Learning-by-doing ist sehr wichtig, jedoch bildet die Theorie eine unverzichtbare Grundlage für nachhaltiges Verständnis. Man muss jederzeit offen bleiben für Neues.
Was bleibt von Ihnen, worauf Sie stolz sind?
Es gab viele Highlights, bei denen ich mitwirken und meine Spuren hinterlassen konnte. Der Umbau unserer Betriebsliegenschaft vor 20 Jahren war für die gesamte Firma eine logistische Herausforderung. Der Aufbau eines Sicherheitskonzepts und die Weiterentwicklung war ebenfalls eine Arbeit, die bis heute noch nachwirkt. Die Arbeitssicherheit war früher sehr dürftig gewesen. Es war zu jener Zeit in Ordnung, da man es nicht anders kannte und die gesetzlichen Bestimmungen noch nicht so umfangreich waren wie heute. Ich bin stolz darauf, dass ich einen grossen Anteil daran habe, dass dies bei der REA geändert wurde. Es war ein kleiner Meilenstein.
Sie werden Ende Jahr pensioniert. Welche Pläne haben Sie für die Pension?
Ich werde vermutlich auch nach dem Abschlussessen mit der REA-Belegschaft immer mal wieder an die Firma denken. Wenn ich an Baustellen vorbeifahre oder etwas in der Zeitung lese, werde ich mich immer noch als REA-Mitarbeitender fühlen. Aber eben aus der nötigen Distanz. Ich werde meine heutigen Arbeitskollegen bestimmt auch weiterhin treffen. Ich finde es heute schade, wenn ich einzelne ehemalige Mitarbeitende nicht mehr zu sehen bekomme. Also ich werde auf jeden Fall ab und zu im Pausenraum der REA vorbeischauen. Ich freue mich bereits auf den Austausch mit alten Freunden. Ich werde die bevorstehende Zeit der Pensionierung geniessen, in der ich mehr Freiheiten habe und die Zeiteinteilung selber gestalten kann. Meine Frau und ich werden sicherlich auch die eine oder andere Städtereise machen und auch unseren Garten etwas auf Vordermann bringen. Schön wird es auch sein, nicht immer am Handy erreichbar sein zu müssen. Ich werde meine Hobbies stärker betreiben können und allenfalls neue Interessen entdecken, von denen ich jetzt noch nichts weiss.
Das Interview wurde durch das Team Kundendienst der REA geführt.